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Erich Mühsam

(6. 4. 1878 - 10. 7. 1934)

Mühsam

Lebensstationen

Geboren 1878 in Lübeck, ermordet 1934 im KZ Oranienburg. Mühsam kommt das Verdienst zu, das literarisch-kulturrevolutionäre wie politische Erbe der Friedrichshagener fortgeschrieben zu haben.

Der Dichter und Anarchist Erich Mühsam war eine der farbigsten und zugleich menschlich sympathischsten Gestalten der deutschen Literatur in den ersten drei Jahrzehnten dieses Jahrhunderts.
1900 wird er freier Schriftsteller, anarchistischer Agitator, Redakteur, Kabarettist und Bohemien. Er trifft auf die Friedrichshagener und Berliner Avantgarde und schließst Freundschaft mit Gustav Landauer, Albert Weidner, Peter Hille und Paul Scheerbart.
1900 schließt er sich der von den Gebrüdern Hart gegründeten "Neuen Gemeinschaft" an.
Unter dem Einfluß von Gustav Landauer nähert er sich sozialistisch-anarchistischen Positionen.
1902 zieht er selbst nach Friedrichshagen und gibt hier mit Albert Weidner die anarchistische Zeitung DER ARME TEUFEL (1902-04) heraus. Über seine Friedrichshagener Jahre erzählt er sehr anschaulich in den "Unpolitischen Erinnerungen".

1918 führender Kopf in der Bayerischen Revolution 1918, Mitglied der Münchener Räterepublik. Dann zu 15 Jahren Festungshaft verurteilt. Als unbeugsamer Revolutionär und Verfasser revolutionärer Lieder ist Mühsam zu Beginn der 20er Jahre weit über anarchistische Kreise hinaus in der Arbeiterschaft populär. Gibt von 1926 bis 1931 erneut eine Zeitschrift Fanal heraus. Mühsam wird noch in der Nacht des Reichstagsbrandes verhaftet und nach einem Leidensweg durch mehrere KZ in der Nacht zum 10. Juli ermordet. Seine Frau Zensl emigriert in die Sowjetunion, überlebt trotz Gefangenschaft die Stalinzeit und stirbt in den 50er Jahren vergessen in der DDR.


Lit.:

Der arme Teufel

Zeittafel: Erich Mühsam - Agitator, Dichter, Schriftsteller und Dramatiker*

*) In Anlehnung an: Erich Mühsam, Publizistik, Unpolitische Erin-nerungen. Berlin 1978, Ausgew. Werke, Bd. 2, S.775ff


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