Aktuelles / Ausblick / Rückblick:
20. Juni 2001
Eröffnung Kabinettausstellung
Karl Mickel (1935-2000)
- 12.08.1935 in Leipzig geboren
- 1953-56 Studium der Wirtschaftsgeschichte an der Hochschule für Ökonomie in Ostberlin
- 1956 erste Texte für Kabarett
- 1957 erste Gedichte
- 1960 nach kurzzeitiger Anstellung bei einem Wirtschaftsverlag Wechsel zur FDJ-Zeitschrift Junge Kunst (Agitprop*-Organ)
- 1969 Zusammenschluss von Mickel und Dichterfreunden (Sarah Kirsch, Rainer Kirsch u.a.) zur Sächsischen Dichterschule
- 1966 zusammen mit Adolf Endler Veröffentlichung der Anthologie In diesem besseren Land
- 1961-1965 als freischaffenden Schriftsteller
- ab 1966 Lehrauftrag an der Ostberliner Hochschule für Ökonomie
- 1970 Wechsel in die Leitung des Berliner Ensembles, Zusammenarbeit mit Ruth Berghaus
- 1974 Uraufführung der Oper Einstein, eine Hommage à Paul Dessau
- 1975 Veröffentlichung des Gedichtbands Eisenzeit
- Ab 1986 Mitglied der Akademie der Künste der DDR
- Seit 1992 Professor an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Bloch" in Berlin
- Auswahl weiterer Publikationen: Die Gebeine Dantons (Radio-Oper, Musik: Friedrich Schenker); Kants Affe. Ein Todtengespräch (Uraufführung 1994 in Cottbus, Regie: Karl Mickel, Musik: Friedrich Schenker); Das Beil von Wandsbeck. Historie nach A. Zweig (Uraufführung 1994 in Cottbus, Musik: Friedrich Schenker)
Friedrich Dieckmann (2000)
Das Werk, eines der prägnantesten deutscher Sprache in der zweiten Jahrhunderthälfte, ist zuhanden.
1990 hat der Mitteldeutsche Verlag begonnen, es gesammelt herauszugeben: drei Bände in einem, dem Wende-Jahr, wo so vieles dann auf den Äckern um Leipzig landete, einiges in der gotischen Scheuer des Pastors Weskott.
Drei schmale, graue, schöngedruckte Schriften-Bände waren das, und das Unternehmen wurde weitergeführt, gegen alle Ungunst der Zeit: 1991 mit dem ersten Band des Lachmund-Romans, 1993 mit den gesammelten Theater- und Filmtexten, nach siebenjähriger Pause dann mit einer Versammlung exzeptioneller Dichtungs-Kommentare: der poeta doctus im aufschließenden Zugriff auf Ahnen und Zeitgenossen. Die grauen Bände sind vorzüglich gesetzt (Bembo-Antiqua war des Autors Wahl), [...]
Ausstellungen: Rückblick
7. März bis Ende April 2001
Kabinettausstellung:
Gastausstellung des Frauentreff Brunnhilde e.V. Berlin
Hedwig Lachmann-Landauer
geb. 29.08.1865 in Stolp/Pommern (heute Slupsk/Polen) gest. 21.02.1918 in Krumbach/Schwaben
"Eine ganz außerordentliche Übersetzerin" (Julius Bab)
"lhre eigenen Gedichte sind wunderbar geschliffene Edelsteine der deutschen Sprache" (lda Coblenz)
Macht 1880, erst 15jährig, ihr Examen als Sprachlehrerin in Augsburg.
Nach Arbeitsaufenthalten in England und Ungarn arbeitet sie seit 1889 in Berlin (bis 1917), unterhält Kontakte zum Friedrichshagener und Pankower Dichterkreis.
Eigene Dichtungen finden ihr Publikum: Nachdichtungen und Übersetzungen aus dem Englischen, Ungarischen, Französischen. So von Oscar Wilde, Edgar E. Allan Poe, Sandor Petöfi, Honore de Balzac und Rabindranath Tagore.
1903 Heirat mit dem Kulturphilosophen, Anarchisten und Schriftsteller Gustav Landauer, mit dem sie zwei Töchter hat.
Literatur:
Ruth Wolf: Wandlungen und Verwandlungen. Lyrikerinnen des 20. Jh., in: Deutsche Literatur von Frauen, 2. Bd. 19. u. 20 Jh., München, 1988
Annegret Walz: Ich will gar nicht auf der logischen Höhe meiner Zeit stehen. Hedwig Lachmann. Eine Biographie. Flacht, 1993
Birgit Seemann: Hedwig Landauer-Lachmann. Dichterin, Antimilitaristin, deutsche Jüdin. Campus-Verlag, Frankfurt/Main; New York, 1998
Selbstportrait
Theresienstadt 40er Jahre Bestand Deutsches Historisches Museum
Julie Wolfthorn
verh. Klein
geb. 08.01.1864 als J. Wolff in Thorn/Westpreußen (heute Torun/Polen) gest. vermutlich im Dezember1944 in Theresienstadt
"Eine Porträtistin, wie wir wenige haben"
(Georg Hermann)
Ab 1890 Ausbildung in Berlin (lebte fast 40 Jahre in Tiergarten) und Paris.
Ab 1898 Mitglied der Berliner Secession (als eine von vier Frauen).
Schuf Titelseiten, Illustrationen, Plakate, Landschaften. Eine der angesehensten Berliner Künstlerinnen, vor allem als Porträtistin - beeinflußt vom Impressionismus.
Besondere Vorliebe für moderne, kühne Frauentypen, zumeist Künstlerinnen, wie z.B.
Hedwig Lachrnann, Tilla Durieux, Fia Wille, Dagny Juel-Przybyszewska.
Engagement für gesellschaftliche Reformen und Berufschancen für Frauen.
Führte ab 1904 eigenes Schülerinnen-Atelier.
1898 - 1933 Mitglied des Vereins der Berliner Künstlerinnen, ab 1931 Vorstand.
Letzte Arbeiten entstehen im Konzentrationslager Theresienstadt, wohin sie am 28.10.1942 mit dem 68. Alterstransport verschickt wird.
Die Mehrzahl ihrer Bilder sind heute verschollen.
Text: FrauenTreff Brunnhilde e.V./Berlin, Fon/Fax 030 - 449 32 27 Sabine Krusen
Zum Projekt Julie Wolfthorn siehe hier:
juliewolfthorn.de
ab dem 19. April 2001 im Bürgerschaftszentrum Hessenwinkel - Berlin Wilhelmshagen
Ausstellung "Adolf Brand und die Gemeinschaft der Eigenen".
Anschließend wird die Ausstellung im Gerhart Hauptmann Museum in Erkner gezeigt.
Publikationen zur Ausstellung:
Edition Friedrichshagen 3 und 4

Marita Keilson-Lauritz
Die Geschichte der eigenen Geschichte
Literatur und Literaturkritik in den Anfängen der Schwulenbewegung am Beispiel des
Jahrbuchs für sexuelle Zwischenstufen
und der Zeitschrift
Der Eigene.
Berlin: Verlag rosa Winkel, 1997
ISBN: 3-86149-063-3
März - Mai 1998:
Weder Narren noch Heilige: Die Bohemeszene in Friedrichshagen um 1900.
(Zur Eröffnung: Lesung aus Boheme-Texten in Zusammenarbeit mit der Kunstfabrik Köpenick)
Mai - Juli 1998:
Der Friedrichshagener Dichterkreis und seine Folgen.
(Eine Ausstellung des Kulturhistorischen Vereins im Myliusgarten in Friedrichshagen)
Mai - September 1998:
Fidus - Künstler alles Lichtbaren. (In Zusammenarbeit mit dem Kulturamt Landkreis Oder-Spree und dem Verlag Schelsky&Jeep: Premiere des gleichnamigen Buches, Hrsg. von W. de Bruyn)
Oktober - Dezember 1998:
Weltgeist wo bist Du?: Die Neue Gemeinschaft am Schlachtensee 1902-1904.
(Gastausstellung des Heimatmuseums u. -vereins Zehlendorf)
Mai - August 1999:
Wilhelm Spohr (1868-1959) und die Friedrichshagener Kulturtraditionen. Der letzte Chronist der Friedrichshagener Dichterkreises: Leben und Werk.
Veranstaltungen: Lesung/Vortrag/Diskussion
Veranstaltungen
Dezember 98:
M. Kannenberg / L.-B. Keil: "John H. Mackay", Lesung und Diskussion
März 99:
Klaus Hugler/ Ute Wermer: "Moritz v. Egydi". Lesung und Diskussion.
März 99:
Ute Wermer: "Christian Morgenstern". Einführung und Lesung.
Mai 99
Rolf Lang / Sara Melchert: "Wilhelm Spohr"
Vortrag und Lesung zur Eröffnung der Ausstellung über W. Spohr.
30. Juni
Anarchismus im Friedrichshagen der Jahrhundertwende. Vortrag und Diskussion.
(R. Lang / U. Wermer) mit Schülern des Ossietzky-Gymnasiums Pankow
7. Juli
Literatur & Lebensreform: Friedrichshagener Dichterkreis. Führung durch den Ort - Vortrag und Diskussion (R. Lang/R. Vierock) mit Studenten des Seminars "Territoriale Identität und kulturelle Selbstermächtigung", Hochschule der Künste Berlin.
7. Juli
TV-Interview R. Lang/R. Vierock: Kulturhistorischer Verein Friedrichshagen: Selbstverständnis und Wirkung. SFB, Sendefolge: Berliner Straßen
10. Juli
Erich-Mühsam-Gesellschaft Lübeck e.V.: Gedenklesung am Grab von Erich Mühsam: R. Lang/R. Vierock lasen aus: Mühsam in Friedrichshagen (Friedrichshagener Hefte 14)
14. Juli
Die Apollobrüder am Musenhof: A. Strindberg und Ola Hansson in Friedrichshagen. Führung, Vortrag und Diskussion (Erik Glossmann) mit Studenten der Skandinavistik HUB
23. Juli
R. Lang/U.Wermer: Friedrichshagener Dichterkreis. Vortrag und Diskussion mit Studenten des Fachbereichs Geschichtsdidaktik Humboldt-Universität
18. August
R.Lang: Erich Mühsam und Gustav Landauer in Friedrichshagen. Vortrag / Diskussion / Führung durch den Ort für die Erich-Mühsam-Gesellschaft Berlin (i.G.)
1. September
Ausstellungseröffnung
Aus Anlaß des 60.Todestages von Wilhelm Bölsche (1861-1939):
Die Redaktion im Grünen: W. Bölsche in Friedrichshagen als Chefredakteur der Zeitschrift der naturalistischen Avantgarde "Freie Bühne für modernes Leben" des Verlages Samuel Fischer von 1890-1893 (Arbeitstitel).
(Vortrag: R. Lang & Themenheft zur Ausstellung - "Hinter der Weltstadt", Heft 7)
15. September
Klaus Hugler (Potsdam): anläßlich des Weltfriedenstages - ein literarisch-musikalisches Programm nach Texten von Moritz von Egydi (1847-1898)
8. Dezember 99
Erik Lehnert; Bruno Wille und der Monismus. (Vortrag)
4. Dezember:

Eröffung der Ausstellung: "Zu den Bildern habe ich wieder kleine Gedichte gemacht. Warum nicht? Alle Chinesen taten das in ihrer Zeit". Das literarische Werk
der Malerin Charlotte E. Pauly (1886-1981)
3. Mai 2000 bis Ende Februar 2001
Kabinettausstellung zu Bruno Wille (1860-1928): Leben und Wirken
Gründer der Freien Volksbühne, Mitglied des Friedrichshagener Dichterkreises und Protagonist der Freireligiösen Bewegung
Publikation zur Ausstellung: Edition Friedrichshagen 2 |
 Wilhelm Bölsche: Karikatur auf Bruno Wille (1895) |